Solaranlagen und Blitzschutz

Blitzschutz vor direkten und indirekten Einwirkungen

Prinzipiell ist jedes Objekt im Freien, sei es Mensch, Tier oder Gebäude bei Gewitter durch direkte oder indirekte Blitzeinwirkungen gefährdet.

Eine Solaranlage, thermisch wie photovoltaisch, stellt eine beträchtliche Investition dar, die in manchen Fällen einige 10.000 Euro betragen kann. Diese Werte gilt es, schon aus versicherungstechnischen Gründen, zu schützen.

Grundsätzlich sollte die Planung und Montage einer Blitzschutzanlage nur durch Fachleute erfolgen. Bei der Einbindung von Solaranlagen müssen individuelle bauliche Anforderungen und Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Zwar ist die Möglichkeit eines Direkteinschlages bei Objekten in exponierter Lage bzw. bei Gebäuden mit hohen, metallischen Aufbauten durchaus gegeben, statistisch betrachtet richten jedoch die Folgen der indirekten Blitzeinwirkungen die größten Schäden an den "inneren Werten" von Gebäuden an. Schon ein "Treffer" in der näheren Umgebung eines Hauses, etwa im Radius von einem Kilometer, kann ausreichen, um empfindliche elektronische Geräte zu beschädigen.

Sinnvollerweise deckt eine gute Blitzschutzanlage immer beide Bereiche gleichzeitig ab: den inneren sowie den äußeren Blitzschutz.

Bei Gebäuden mit vorhandenen Blitzschutzanlagen muss die Solaranlage in das Blitzschutzsystem mit einbezogen werden, besonders da bei älteren Anlagen häufig der innere Blitzschutz fehlt. Eine veraltete, unsachgemäß gewartete oder generell nicht den Normen entsprechende Blitzschutzanlage kann unter gewissen Umständen ein höheres Gefahrenpotenzial bergen als überhaupt kein System.

Blitzschutznormung DIN EN 62305 (VDE 0185-305)

Oftmals ist nur in unzureichender Weise bekannt, dass bei der Installation von Blitzschutzanlagen bestimmte Vorgaben einzuhalten sind, so ist bspw. bei öffentlichen Gebäuden ein Blitzschutz zwingend vorgeschrieben.

Im Zusammenhang mit Photovoltaik-Anlagen sei hier auf die besondere Bedeutung von Teil 3 der Blitzschutznormung DIN EN 62305 (VDE 0185-305), Beiblatt 5, hingewiesen wo die Erfordernisse und Maßnahmen behandelt werden, die die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der PV-Versorgungssysteme erhalten.

Maßnahmen des äußeren Blitzschutzes

Der äußere Blitzschutz umfasst in der Regel die Fangeinrichtungen auf dem Dach, die Ableitungen an den Gebäudeseiten sowie eine Erdungsanlage.

Als Fangeinrichtungen werden zumeist maschenförmige Fangnetze mit einer Maschenweite von 10 x 20 Meter verwendet. Sie dienen als Einschlagspunkte, die Ableitungen führen den Blitzstrom sicher und kontrolliert am Gebäude vorbei zur Erdungsanlage, die den Strom im Erdreich verteilt.

Die Aufgabe des äußeren Blitzschutzes ist somit der Schutz des Gebäudes sowie seiner Auf-, An- und Nebenbauten vor direkten Blitzeinschlägen, in erster Linie also der Schutz vor Brand und mechanischer Zerstörung.

Maßnahmen des inneren Blitzschutzes

Der innere Blitzschutz wird definiert als "die Summe aller Maßnahmen, welche die Auswirkungen des Blitzstromes sowie seiner elektrischen und magnetischen Felder auf metallene Installationen und elektrische Anlagen im Bereich einer baulichen Anlage" verhindern bzw. minimieren sollen.

Blitzschutz-Potenzialausgleich und Überspannungsschutz

Die Aufgaben des inneren Blitzschutzes liegen im Potenzialausgleich und im Schutz der elektrischen Infrastruktur eines Gebäudes vor Überspannungen.

Beim Blitzschutz-Potenzialausgleich werden alle Gas- und Wasserinstallationen (Rohre, Leitungen), elektrische Anlagen (energie- und informationstechnische Leitungen), das Blitzschutzsystem und die Erdungsanlage eines Gebäudes miteinander verbunden.

Um auch aktive Leiter im Blitzschutz-Potenzialausgleich einzubinden, werden besondere Schutzgeräte, so genannte Blitzstrom-Ableiter, eingesetzt. Überspannungs-Ableiter werden den Blitzstrom-Ableitern nachgeschaltet werden und dienen dem zusätzlichen Schutz der Endgeräte.