Energie-Glossar

Fachbegriffe rund um Solarthermie & Co.

Sie interessieren sich für Solarthermie und alternative Energieformen, können aber Begriffe wie "Stagnationstemperatur", "bivalente Speicher" oder gar "Albedo" nicht so recht einordnen? Nun, damit stehen Sie nicht allein.

Da Begriffe wie diese in der aktuellen Energiedebatte immer wieder auftauchen, haben wir dieses kleine Glossar für Sie vorbereitet. Hier finden Sie Definitionen und allgemeinverständliche Erklärungen zu den gängigen Begriffen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A

Abgasmassenstrom
Mit Abgasmassenstrom bezeichnet man die Summe aller Abgasbestandteile einer Heizungsanlage pro Zeiteinheit. Hierzu zählen vor allem Kohlendioxid, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid.
Absorber
Der Absorber ist Bestandteil des Solarkollektors. Er nimmt die einfallende Sonnenstrahlung auf und wandelt sie in Wärme um. Es wird zwischen verschiedenen Absorbertypen unterschieden: Schwimmbadabsorber, Flach- bzw. Plattenabsorber und Röhrenabsorber. In solarthermischen Anlagen finden hauptsächlich Flach- und Plattenabsorber Anwendung, in speziellen Fällen auch Röhrenabsorber.
Absorbtionsgrad
Der Absorbtionsgrad gibt an, welcher Prozentsatz der auf die Absorberfläche auftreffenden Sonnenstrahlen in Wärme umgewandelt werden kann, siehe auch: Wirkungsgrad.
Albedo-Strahlung
Sonnenstrahlung, die von der Erdoberfläche reflektiert wird.
AM
Abk. für AIR MASS - atmosphärische Massenzahl; Entfernung, in der Sonnenlicht durch die Atmosphäre strahlt.
AM 1
Definition für den senkrechten Einfall der Solarstrahlung am Äquator auf Meereshöhe.
AM 1,5
Definition für Sonnenlicht, das gegenüber dem senkrechten Einfall eine 1,5-fach größere Luftmasse durchstrahlt.
Anlagenstillstand
Der Stillstand eines Solarkreislaufes tritt ein, wenn die so genannte Stillstands-/Stagnationstemperatur erreicht wird. Es ist diejenige Temperatur, die am Absorber eines Solarkollektors maximal anliegt, wenn, trotz Sonneneinstrahlung, keine Förderung des Wärmeträgermediums mehr stattfindet. Im Normalfall tritt der Anlagenstillstand ein, wenn der Speicher geladen, d. h. die Ausschalttemperatur erreicht ist: Der Wärmeträger verdampft, die Druckveränderung wird vom Ausdehnungsgefäß aufgefangen. Sinkt die Temperatur, geht die Anlage wieder in den normalen Betrieb über. Im Sinne einer Sicherheitsvorkehrung kann es bei Defekten an der Anlage, bspw. Luft im Solarkreislauf, Pumpen-/Regelungsproblemen oder auch bei Stromausfall zur Abschaltung kommen. Bei Flachkollektoren beträgt die Stillstandstemperatur etwa 160 °C, bei Vakuum-Röhrenkollektoren liegt sie mit nahezu 400 °C erheblich höher.
Aperturfläche
Derjeneige Flächenanteil eines Solarkollektors, der zur Absorbtion genutzt werden kann. Die Aperturfläche ist kleiner als die Bruttokollektorfläche und größer als die Absorberfläche.
Aufdachmontage
Eine Montageart, bei der die Solarkollektoren auf der Dachfläche montiert werden. Die Dachfläche selbst wird dabei kaum verändert.
Ausdehnungsgefäß
Beim Erhitzen dehnt sich die Wärmeträgerflüssigkeit im Kollektor aus. Ein Ausdehnungsgefäß nimmt das größere Volumen auf und schützt so die Anlage vor Schäden, die durch Druckveränderungen entstehen könnten.
Azimut
Richtungskreis. In der Solartechnik wird die Abweichung eines Kollektors von Süden als Azimut bezeichnet, wobei 0° Süd-, -90° Ost-, -45° Südost-, +45° Südwest- und +90° Westausrichtung bedeutet.

B

Bivalente Speicher
Beim bivalenten Betrieb von Heizungsanlagen kommen verschiedene Energieträger in zwei (oder mehreren) unterschiedlichen Wärmeerzeugern zum Einsatz. Ein Wärmeerzeuger deckt die Wärmegrundlast, ein zweiter ergänzt die Wärmeproduktion in der Bedarfsspitze. Bivalente Systeme finden bei der solaren Trinkwassererwärmung ihre Anwendung, d. h. ein Solarspeicher besitzt zwei Wärmetauscher; einen Solarwärmetauscher im unteren Teil des Speichers, der die absorbierte Wärme des Kollektors überträgt und einen weiter oben liegenden zur konventionellen Nachheizung.
Blockheizkraftwerk
Abk. BHKW, Diesel, Biodiesel, Gas- oder Biogasmotor, der gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt. Bei Leistungen < 50 kW (elektrisch) spricht man von Mini-BHKW.
Brauchwasser
Wasser, das keine Trinkwasserqualität besitzt, sich jedoch für andere Zwecke eignet, bspw. für die Toilettenspülung oder zum Rasensprengen.
Brennwerttechnik
Bei jeder Verbrennung entsteht auch Wasserdampf, d. h. je höher der Wasserstoffanteil eines Brennstoffes ist, desto höher ist auch die Menge an Wasserdampf, die nach der Verbrennung im Abgas enthalten ist. Diese so genannte Kondensationswärme wird in der Brennwerttechnik zusätzlich genutzt (Brennwert, ältere Bezeichnung: oberer Heizwert), um besonders hohe Wirkungsgrade zu erzielen. Brennwert-Heizungen lassen sich sehr gut mit thermischen Solaranlagen kombinieren. Siehe auch: Heizwert
Bruttokollektorfläche
Berechnungsgrundlage für Förderanträge.

C

CO2
Das berühmt-berüchtigte und vieldiskutierte Kohlendioxid. Es wird, gemeinsam mit anderen Treibhausgasen (bspw. Methan, FCKW), mitverantwortlich für den Klimawandel gemacht.

D

Deckungsgrad
Der solare Deckungsgrad gibt den Anteil der Verbrauchsenergie an, der durch eine Solaranlage gedeckt wird.
Diffuse Strahlung
Energieärmerer Anteil der Solarstrahlung, der durch Streuung an Luftmolekülen, atmosphärischem Staub und Wolken die Erdoberfläche nur indirekt erreicht.
Direkte Strahlung
Solarstrahlung, die direkt auf die Erdoberfläche auftrifft. Dies ist der energiereichere Strahlungsanteil.
Dish-Stirling-Systeme
Dish-Stirling-Anlagen eignen sich besonders für dezentrale Anwendungen zur solaren Stromerzeugung im Leistungsbereich zwischen 10 und 50 kW. Ein kontinuierlich der Sonne nachgeführter Parabolspiegel fokussiert die einfallende Strahlung in einem Brennpunkt, in dem eine Einheit aus Strahlungsempfänger, Stirlingmotor und Generator angebracht ist. Die einfallende Solarstrahlung wird zunächst in Wärme, dann in mechanische (Rotations-) Energie und schließlich in Strom umgewandelt. Dabei können Wirkungsgrade von bis zu 30% erzielt werden. Mehrere Anlagen können modular zu kleinen Kraftwerken, so genannten Farms, zusammengeschlossen und, versehen mit einer zusätzlichen Biogas-Feuerung, rund um die Uhr betrieben werden.
Doppelmäander-Absorber
Spezielle Bauart, mehrfach s-förmige Röhren in einem Absorber in einem Solarkollektor, die die Wärmeaufnahme erhöhen, auch als Mäander- oder Serpentinenabsorber bekannt.

E

Einschraubheizung
Elektrisch betriebenes, einem Tauchsieder nicht unähnliches Gerät, das der Erwärmung des Pufferspeichers dient. Es wird in einen dafür vorgesehenen Flansch am Speicher eingeschraubt und dient als Ausfallreserve oder ggf. auch als Frostschutz.
Emission
In der Physik ganz allgemein die Aussendung von elektromagnetischen Wellen oder Teilchen. Im ökologischen Kontext das Ausströmen von festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffen aus Anlagen, die giftig, gesundheitsschädlich oder umweltgefährdend sein können. Jede Emission hat eine Immission zur Folge.
Energieeinsparverordnung (EnEV)
Die Energieeinsparverordnung ist eine Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden. Sie trat in ihrer ersten Fassung am 01.02.2002 in Kraft und löste damit die Wärmeschutz- und die Heizungsanlagenverordnung ab. Novellierungen der EnEV erfolgten 2004, 2007 und 2009. Die derzeit gültige Fassung (EnEV 2009) trat am 1. Oktober 2009 in Kraft.
Energieerhaltungssatz
Allgemein gültiges Naturgesetz (der 1. thermodynamische Hauptsatz), das besagt, dass Energie weder erzeugt noch vernichtet werden kann. Sie wird lediglich von einer Form in eine (oder auch mehrere) andere überführt.
Energiestandard
Energiestandards orientieren sich an den baulichen Maßnahmen und den Gegebenheiten der Haustechnik eines Gebäudes; sie definieren die maximale Höhe des Energiebedarfs pro Jahr und Quadratmeter. Das individuelle Nutzerverhalten spielt bei der Bestimmung des Energiestandards keine Rolle, beeinflusst aber den tatsächlichen Verbrauch. In der Bauwirtschaft gibt es eine - durchaus verwirrende - Begriffsvielfalt verschiedener Energiestandards; zur Zertifizierung und Qualitätssicherung haben sich aber die Bezeichnungen
etabliert. Grundlage für die bautechnischen Energiestandards bildet die Energieeinsparverordnung (EnEV).
Erneuerbare (regenerative) Energien
Energiegewinnung, die nicht auf begrenzten fossilen Rohstoffen basiert, sondern die Energie natürlicher Stoffkreisläufe nutzt. Hierzu zählt neben Solarenergie und Geothermie auch der nachwachsende Rohstoff Holz.

F

Fassadenmontage
Spezielle Montageart bei der die Solarkollektoren in einem Winkel von 45-60° an der Hauswand angebracht werden.
Flachkollektoren
Kollektortyp, bei dem ein, meist aus Kupfer gefertigter, Absorber in einem flachen Gehäuse untergebracht ist. Der Absorber liegt hierbei unter einer transparenten Glasabdeckung, die Rückseite des Gehäuses ist mit einer Wärmedämmung versehen. Mit Flachkollektoren lassen sich heute hohe Wirkungsgrade erzielen.
Freiaufständerung
Montageart, die auf Flachdächern oder im Gelände Anwendung findet.
Fossile Brennstoffe
Zu den fossilen Energieträgern zählen alle Brennstoffe, die aufgrund von biochemischen Abbau- und Umwandlungsprozessen in Millionen von Jahren entstanden sind; oder, mit anderen Worten: alles, was vor langer Zeit abgestorben ist und heute mit mehr oder weniger großem Aufwand gefördert werden muss. Hierzu gehören neben Stein- und Braunkohle vor allem Erdöl und Erdgas. Die zwingende Notwendigkeit des Klimaschutzes, wie auch das wachsende Bewusstsein über die Begrenztheit der fossilen Reserven, lassen den Einsatz erneuerbarer Alternativen unausweichlich erscheinen.

G

Geschlossener Kreislauf
Ein geschlossener Kreislauf liegt vor, wenn der Wärmeträger dem Kreislauf nicht entnommen wird.
Globalstrahlung
Unter Globalstrahlung versteht man die auf eine horizontale Fläche auf der Erde treffende Sonneneinstrahlung. Sie setzt sich zusammen aus direkter, diffuser und reflektierter Strahlung.

H

Heizwert
Der Heizwert ist die bei einer Verbrennung maximal nutzbare Wärmemenge, bei der es, im Unterschied zum Brennwert, nicht zu einer Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes kommt. Nicht zu verwechseln mit den, in diesem Zusammenhang, oft "unscharf" verwendeten Begriffen Energiegehalt oder Energiewert. In der Praxis zeigt der Heizwert an, welche Wärmemenge aus 1 kg eines bestimmten Brennstoffes gewonnen werden kann, so besitzt bspw. ein Liter Heizöl einen Heizwert von ca. 10 kWh - das entspricht etwa dem Wert von 2 kg Holzpellets. Heizwertgeräte sind besonders dann sinnvoll, wenn existierende Geräte ausgetauscht werden sollen.
Holzvergasertechnik
Spezielles Verbrennungsverfahren, bei dem die Verbrennung in mehreren Phasen (Trocknung, Entgasung, Verbrennung) auf räumlich getrennten Ebenen erfolgt. Moderne Scheitholz-Heizkessel, die nach dem Holzvergaserprinzip arbeiten zeichnen sich durch einen besonders sauberen und energieeffizienten Abbrand aus.

I

Immissionsschutzverordnung
Die (Bundes-)ImmissionsSchutzVerordnung (BImSchV) regelt die maximal zulässigen Emissionen von Luftschadstoffen aus Prozessen aller Art. Teil der Verordnung ist die Kleinfeuerungsanlagenverordnung, die die Verbrennung von Brennstoffen, den maximal zulässigen Schadstoffausstoß und die Höhe des maximal zulässigen Abgasverlustes von Heizkesseln, Thermen u. a. Wärmeerzeugern regelt.
Indachmontage
In manchen Fällen ist eine Aufdachmontage nicht möglich (Bauvorschriften, Denkmalschutz) oder aus ästhetischen Gründen nicht erwünscht. Hier stellt die Indachmontage eine Alternative dar, bei der die Solarkollektoren in die Dachhaut integriert werden.

J

Jahresertrag
Als Zuwendungsvoraussetzung bspw. einer Förderung des Bundes entsprechend den Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien, ist der Nachweis eines Kollektorjahresertrages erforderlich, dieser muss mindestens 525 kWh/m²a betragen. Messungen dieser Art werden vom Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) in Saarbrücken durchgeführt.
Jahres-Heizwärmebedarf
Gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht der Jahresheizwärmebedarf dem berechneten jährlichen Nettobedarf für Heizwärme in kWh für das gesamte zu beheizende Haus.

K

Kesselwirkungsgrad
Der Kesselwirkungsgrad gibt, unter Berücksichtigung von Abgas- und Strahlungsverlusten, an, wie viel Wärme tatsächlich aus einem eingebrachten Brennstoff genutzt werden kann.
Kombi-Speicher
Solarthermische Anlagen werden, neben einigen wenigen, vernachlässigbaren Anwendungen zur solaren Kühlung, überwiegend zur Trinkwassererwärmung und/oder Heizungsunterstützung eingesetzt. Sollen beide Anwendungen realisiert werden, stehen verschiedene Systeme zur Wahl. Die so genannte Zwei-Speicher-Lösung besteht aus den Einzelkomponenten Pufferspeicher (Heizung) und Brauchwasserspeicher (für die Trink- oder Brauchwassererwärmung). Die Kombi-Lösung, der Name sagt es, vereint die Funktionen beider Speichertypen. Bei Kombi-Anwendungen unterscheidet man weiterhin zwischen Tank-in-Tank Systemen, bei denen ein kleinerer (Trinkwasser-) Speicher im Innern des Pufferspeichers durch diesen aufgeheizt wird, und Speichern mit Wärmetauscher (i. d. R. ein Wärmetauscherrohr aus Edelstahl), bei denen das Trink-/Brauchwasser nach dem Durchlaufprinzip erhitzt wird.
kWh
Abkürzung für Kilowattstunde: 1 kWh = 1000 Watt über den Zeitraum von einer Stunde.
KWK
Kraft-Wärme-Kopplung. Gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in einem (Blockheiz-) Kraftwerk.

L

Latente Wärme
Das Prinzip der latenten Wärme wird bspw. in Brennwertheizkesseln genutzt. Sie ist diejenige Wärmemenge, die einem Stoff zugeführt werden kann, ohne dass dieser dabei seine Temperatur ändert, ein Phänomen, das z. B. beim Übergang von Wasser zu Wasserdampf beobachtet werden kann. Die im Wasserdampf enthaltene latente Wärme kann durch Kondensation zurück gewonnen werden.
Low-Flow-Konzept
Der so genannte Low-flow-Betrieb einer thermischen Solaranlage basiert auf einer Verringerung des Durchflusses im Solarkreislauf. Resultat ist ein höheres Temperaturniveau im Kollektorfeld und die damit verbundene Temperaturanhebung im Vorlauf des Solar-/Kollektorkreislaufs. Bei entsprechender Einstrahlung kann diese bereits die Betriebstemperatur des Brauchwassers erreichen, teilweise sogar übersteigen. Die Low-Flow-Technologie eignet sich zur Heizungsunterstützung, auch für kleinere Solaranlagen ab 10 m². In Verbindung mit Schichtenladetechnik können gegenüber herkömmlichen Systemen Steigerungen des solaren Deckungsanteils von bis zu 10% erreicht werden.

M

MAG
Abk.für Membranausdehnungsgefäß, siehe Ausdehnungsgefäß.
Methan
In der Natur entsteht Methan durch Zersetzung organischer Stoffe, es ist Hauptbestandteil des Erdgases und der meisten Biogase; wie Kohlendioxid gehört Methan zu den klimarelevanten Gasen.

N

Neigungswinkel
Bei der Planung einer Solaranlage wird - zur Orientierung - meistens nach dem Neigungswinkel des Daches gefragt, ausschlaggebend für eine effizient arbeitende Solaranlage ist natürlich der Neigungswinkel des Solarkollektors: er muss so angepasst werden, dass die auftreffende Strahlung optimal genutzt werden kann.
Niedrigenergiehaus
Als Niedrigenergiehäuser werden Gebäude bezeichnet, deren Heizwärmebedarf 70 kWh pro m² und Jahr nicht überschreitet, dies entspricht etwa 7 Liter Heizöl oder 7 m³ Erdgas. Weitere kennzeichnende Merkmale eines Niedrigenergiehauses sind optimierte Wärmedämmung der Außenwände, insbesondere des Daches, der Fenster und eine energiesparende Warmwasserbereitung. Vor einigen Jahren wurden Niedrigenergiehäuser als technologisch besonders fortschrittlich angesehen, mittlerweile gelten sie, zumindest beim Hausneubau, als Standard.
Nullenergiehaus
Das Nullenergiehaus versorgt sich völlig autark, d. h. ohne externe Energiequellen.

O

Oberer Heizwert
Oberer Heizwert (=Brennwert), unterer Heizwert (=Heizwert). Siehe ebenda Heizwert bzw. Brennwert
Ökobilanz
Die Ökobilanz ist eine Bestandsaufnahme aller durch Produktion und Vertrieb eines Produktes (denken Sie bspw. an den weit gereisten Joghurtbecher im Supermarktregal oder an Nordseekrabben, die in Marokko gepult werden) verursachten Schadstoffe und Belastungen für die Umwelt. Sie stellt, in einem weiter gefassten Sinne, eine Methode dar, mit der die komplexen Umweltauswirkungen bei der Herstellung und Nutzung von Produkten erfasst und bewertet werden sollen.

P

Passivhaus
Der Passivhaus-Standard definiert einen maximalen Heizwärmebedarf von 15 kWh pro m² und Jahr, einschließlich des Haushaltstromes von unter 120 kWh pro m² und Jahr.
Pellets
Holzpellets sind genormte, 6-10 mm starke Röllchen, die unter hohem Druck aus reinen Holzabfällen, wie bspw. Sägemehl, Säge- und Hobelspänen, gepresst werden. Das so entstehende Brennmaterial hat, im Unterschied zu Scheitholz, einen geringen Wasseranteil von 6-8% und zeichnet sich durch seine hohe Energiedichte aus. Moderne Holzpellet-Technik ermöglicht einen vollautomatischen Betrieb von Heizungsanlagen: Die Holzpellets werden aus einem Vorratsbehälter über ein Schneckengetriebe in den Pelletheizkessel gefördert und per Heißluftgebläse entzündet. Holzpellets stehen flächendeckend zur Verfügung, d. h. sie können überall dort hergestellt werden, wo auch Holzabfälle entstehen. Versorgung und kurze Transportwege sind damit gesichert.
Plusenergiehaus
Beim Plusenergiehaus wird durch die Kombination verschiedener Energieanlagen (z. B. Solarthermie, Photovoltaik) mehr Energie erzeugt, als tatsächlich im Jahr für das Gebäude benötigt wird. Überschüssige Energie kann an die Energieversorger abgegeben werden, wie es bspw. bei der Einspeisevergütung der Fall ist. Grundlage ist die Energieeinsparverordnung (EnEV).

Q

Qualität
...etwas, worauf Sie sich bei DIASOL verlassen können.

R

Röhrenkollektor
Auch Vakuum-Röhrenkollektor; Kollektortyp, bei dem sich der Absorber in einem evakuierten Glasrohr befindet (Thermoskannenprinzip). Hierdurch werden Energieverluste im Vergleich zu Flachkollektoren reduziert und höhere Wirkunsgrade erzielt; Röhrenkollektoren gelten jedoch als störanfälliger.

S

Schwimmbadabsorber
Der Schwimmbadabsorber stellt die technisch einfachste und preisgünstigste Möglichkeit dar, mit Hilfe der Sonne warmes Wasser bereit zu stellen. Der, zumeist ungedämmte, Kollektor besteht im Wesentlichen aus Zulauf- und Rücksammelleitungen, die über eine Vielzahl strahlungsabsorbierender Kunststoffleitungen zu Matten miteinander verbunden sind. Die Absorberleitungen werden direkt vom Schwimmbadwasser durchströmt, eine Wärmeübertragung an einen Sekundärkreislauf findet nicht statt. Schwimmbäder können, je nach Größe, auf 20 bis 35°C erwärmt werden, da Wärmebedarf und Wärmeertrag zeitgleich auftreten, entfällt bei einem Schwimmbadabsorber die aufwändige Speicher- und Regeltechnik.
Solaranlage
Technische Anlage zur Umwandlung von Sonnenstrahlung in nutzbare Energie in Form von Wärme oder auch Elektrizität. Wesentliche Bestandteile einer thermischen Solaranlage sind Solarkollektor, Speicher und Regelung. Die Vorteile von Solaranlagen liegen in der größeren Unabhängigkeit von konventionellen Brennstoffen, der Energieeinsparung, der Wertsteigerung Ihrer Immobilie und der Reduzierung von CO2-Emissionen.
Solarflüssigkeit
Wärmeträgermedium, das die Wärme aus dem Kollektor aufnimmt, im Solarkreislauf transportiert und über einen Wärmetauscher im Speicher an das Brauchwasser abgibt; Beimischungen von Glykol verhindern das Einfrieren im Winter.
Solarkollektor
Der Solarkollektor ist die Verbindung zur Außenwelt, er ist diejenige Komponente einer thermischen Solaranlage, die die Sonnenstrahlung aufnimmt (absorbiert) und, so verlustfrei wie möglich, in den Solarkreislauf überträgt. Dabei nutzt er sowohl die direkten als auch die diffusen Anteile der Strahlung. Man unterscheidet zwischen zwei Kollektortypen, dem robusteren Flachkollektor und so genannten Vakuumröhrenkollektoren.
Solarspeicher
Wärmebedarf und Wärmeertrag fallen nicht notwendig zusammen. Um die vom Kollektor absorbierte Wärme über einen längeren Zeitraum nutzen zu können, besteht die Notwendigkeit der Speicherung. Dies geschieht in so genannten Solarspeichern, Speichermedium ist hierbei meist Wasser. Bei der Kombination von konventioneller Heizung mit thermischen Solaranlagen, stellt der Solarspeicher die Schnittstelle zwischen den Systemen dar: steht nicht genügend solare Wärme zur Verfügung, muss anderweit nachgeheizt werden.
Solarregler
Eine thermische Solaranlage wird i. d. R. vollautomatisch überwacht, ein Solarregler ist ein elektronisches Steuergerät, das, in Abhängigkeit von voreingestellten Werten, Pumpen an- oder abschaltet, Ventile öffnet oder schließt. An entsprechenden Messpunkten angebrachte Temperaturfühler sorgen dafür, dass Pumpen nur dann arbeiten, wenn zwischen Kollektor und Speicher eine gewisse Temperaturdifferenz besteht.
Solarstation
Regelungseinheit im Kompaktformat, die die wichtigsten Komponenten, wie Pumpe, Regler, Armaturen sowie Sicherheitseinrichtungen, zur Steuerung einer thermischen Solaranlage enthält. Üblicherweise ausgelegt für die Verwendung in Ein- bis Zweifamilienhäusern. Die genaue Bezeichnung kann, je nach Hersteller, variieren.
Solarthermie
Unter dem Begriff Solarthermie versteht man generell die Umwandlung von Solarstrahlung in nutzbare Wärme, z. B. zur Heizungsunterstützung, Trink-, Brauchwasser- und Schwimmbaderwärmung.
Sonne
Das große runde Ding am Himmel (tagsüber), meistens gelb, gelegentlich rot, seltener finster. Leider auch eine endliche Ressource, in 4-4,5 Milliarden Jahren ist Schluss damit. Also: nicht zu lange zögern.
Stagnation
Siehe Anlagenstillstand
Stagnationstemperatur
Siehe Anlagenstillstand
Stillstandstemperatur
Siehe Anlagenstillstand
Stirlingmotor
Der Stirlingmotor, auch Heißgasmotor, ist, neben der Dampfmaschine, die älteste Wärmekraftmaschine der Menschheit. Der Stirlingmotor arbeitet, im Unterschied zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren, mit beliebigen äußeren Wärmequellen. In einem geschlossenen Kreislauf wird ein konstanter Luft- oder Gasvorrat von zwei Kolben in einem Zylinder hin- und her geschoben. Dieser Prozess, hervorgerufen durch Erwärmung und Abkühlung (bzw. durch Vergrößerung und Verkleinerung des Gasvolumens), ermöglicht die Umsetzung von Wärmeenergie in mechanische Arbeit, die bspw. in einem Generator zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt werden kann. In der Praxis wird mit so genannten Dish-Stirling-Anlagen (auch: Solar-Stirling-Anlagen) bereits Strom aus solarthermischer Energie gewonnen.

T

Temperaturschichtung
Unterschiedliche Wassertemperatur bedeutet unterschiedliche Dichte. Diese Eigenschaft des Wassers wird in so genannten Schichtspeichern genutzt. Spezielle Ventilklappen, die sich nur dann öffnen, wenn das - vom Wärmeerzeuger kommende - Wasser mit einer bestimmten Umgebungstemperatur im Speicher übereinstimmt, sorgen für eine effiziente Temperaturschichtung. Um Energieverluste durch Verwirbelungen zu vermeiden, dürfen sich im Schichtspeicher selbst keine Wärmetauscher befinden.
Traufhöhe
Als Traufhöhe bezeichnet man die Höhe der Außenwand eines Gebäudes zwischen dem höchsten Punkt der Traufe und der Geländeoberfläche, sie wird üblicherweise im Bebauungsplan festgelegt.
Treibhauseffekt
In der Erdatmosphäre vorhandenes Kohlendioxid, aber auch Methan und andere so genannte Spurengase verhindern die Rückstrahlung der durch die Sonneneinstrahlung aufgenommenen Energie in den Weltraum. Ohne diesen positiven, natürlichen Treibhauseffekt, wäre Leben auf der Erde nicht denkbar die mittlere Temperatur läge bei nahezu 20°C.Problematisch hingegen ist der so genannte anthropogene Treibhauseffekt, d. h. die durch den Menschen verursachte unverhältnismäßig hohe Zunahme bestimmter Treibhausgase, die eine zusätzliche Erwärmung der Atmosphäre zur Folge haben.
Trinkwasser
Trinkwasser ist das Lebensmittel schlechthin. Es kann durch nichts ersetzt werden. Wir brauchen es täglich in ausreichenden Mengen und guter Qualität. Im Sinne der Trinkwasserverordnung ist "Trinkwasser" alles Wasser, im ursprünglichen Zustand oder nach Aufbereitung, das zum Trinken, zum Kochen, zur Zubereitung von Speisen und Getränken oder zu bestimmten häuslichen Zwecken bestimmt ist: (1) Körperpflege und -reinigung, (2) Reinigung von Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen und (3) Reinigung von Gegenständen, die permanent mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen.

U

Unterer Heizwert
Unterer Heizwert (=Heizwert), oberer Heizwert (=Brennwert). Siehe ebenda Heizwert bzw. Brennwert
Umwälzpumpe
Die Umwälzpumpe ist eine elektrisch angetriebene Pumpe, die dem Transport von Wasser oder Solarflüssigkeit im Heizungs- bzw. Solarkreislauf dient. Um den Stromverbrauch niedrig zu halten, sollte sie nicht zu groß dimensioniert werden. Anspruchsvollere Umwälzpumpen passen das Fördervolumen dem Wärmebedarf an.

V

Vakuum-Röhrenkollektor
Siehe Röhrenkollektor
Vollbenutzungsstunden
Abk. Vbh, auch: Volllaststunden, Summe der Stunden, die eine Energieanlage, beispielsweise ein Blockheizkraftwerk, die volle Leistung erbringt.
Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser vom Wärmeerzeuger in den Heizkreislauf eingeleitet wird.

W

Wärmetauscher
Grundsätzlich ist ein Wärmetauscher eine Vorrichtung, die Wärme von einem Medium auf ein anderes überträgt, bspw. wenn die von einem Solarkollektor absorbierte Wärme (Solar- oder Primärkreislauf) an einen Sekundärkreislauf (Brauchwasser, Heizung) abgegeben wird, ohne dass sich die Medien dabei vermischen. Um einen möglichst hohen Wirkungsgrad erreichen zu können, benötigen Wärmetauscher eine große Oberfläche. Dies wird, in der Praxis, mit so genannten Platten- oder Spiralwärmetauschern realisiert.
Wärmeträgerflüssigkeit
Siehe Solarflüssigkeit
Wirkungsgrad
Allgemein bezeichnet der Wirkungsgrad das Verhältnis der eingesetzten zur nutzbaren Energie, bspw. verwandeln herkömmliche Glühbirnen weniger als 5% der eingesetzten Energie in Licht, thermische Solaranlagen können Wirkungsgrade zwischen 25 und 40% erreichen.

X

X-mal
haben Sie das schon gehört oder gelesen: Solarenergie ist die Energie der Zukunft (bei genauerer Betrachtung war sie auch die Energie früherer Zeiten, aber wir wollen an dieser Stelle den Blick zuversichtlich nach vorn richten). Sie ist sauber und macht unabhängiger von steigenden Preisen für Energie. Bund und teilweise auch Länder bezuschussen die Installation von thermischen Solaranlagen. Eine Solaranlage erhöht den Wert Ihrer Immobilie.

Y

Z

Zirkulationsleitung
Die Zirkulationsleitung ist eine wärmegedämmte Rohrleitung, die das sich abkühlende Wasser zwischen Warmwasserbereiter und Entnahmestelle mit Hilfe einer Zirkulationspumpe wieder dem Speicher zuführt. Auf diese Weise steht an der Zapf-/Entnahmestelle jederzeit warmes Wasser zur Verfügung.
Zusatzstrom
Der Zusatzstrom ist der Strom, der zusätzlich aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss, wenn ein BHKW nicht jederzeit den gesamten Strombedarf eines Objekts deckt
Zweirichtungszähler
Zähler, der den Strom, der ins Netz eingespeist bzw. von dort bezogen wird, mit einem einzigen Zählwerk misst.